Symptome & Vorsorge

Wann sollte man zum HNO-Arzt? Symptome und Warnzeichen

Ohrenschmerzen, Dauerschnupfen, Heiserkeit oder Schwindel: Welche Beschwerden in die HNO-Praxis gehören, wann Abwarten vertretbar ist und welche Warnzeichen keinen Aufschub dulden.

⏱ 7 Min. Lesezeit Aktualisiert am 15. Juni 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • HNO-Praxen behandeln Beschwerden an Ohren, Nase, Nasennebenhöhlen, Mund, Rachen, Kehlkopf sowie Gleichgewichtsstörungen.
  • Viele Infekte heilen von selbst; ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn Beschwerden stark sind, länger als ein bis zwei Wochen anhalten oder wiederkehren.
  • Plötzlicher Hörverlust, starke einseitige Beschwerden, Atemnot oder Blutungen sind Warnzeichen, die rasch abgeklärt werden sollten.

Hals-Nasen-Ohren-Ärztinnen und -Ärzte kümmern sich um einen erstaunlich großen Bereich des Körpers: um die Ohren und das Gehör, um Nase und Nasennebenhöhlen, um Mund, Rachen und Kehlkopf, um den Gleichgewichtssinn und um viele Strukturen im Kopf- und Halsbereich. Weil so viele Beschwerden in dieses Fachgebiet fallen, ist die häufigste Frage von Patientinnen und Patienten schlicht: Muss ich damit überhaupt zum Arzt – und wenn ja, wann?

Dieser Beitrag gibt einen Überblick. Er ersetzt keine Untersuchung, hilft Ihnen aber, Beschwerden besser einzuordnen und den richtigen Zeitpunkt für einen Termin zu finden.

Beschwerden an den Ohren

Ohrbeschwerden gehören zu den häufigsten Gründen für einen HNO-Besuch. Dazu zählen Ohrenschmerzen, ein Druck- oder Völlegefühl, Juckreiz, Ausfluss aus dem Gehörgang, Ohrgeräusche (Tinnitus) sowie ein nachlassendes Hörvermögen. Ein einfacher Infekt oder ein Pfropf aus Ohrenschmalz ist oft harmlos und lässt sich gut behandeln.

Aufmerksam werden sollten Sie bei einer plötzlichen Hörminderung auf einem Ohr, bei starken oder pochenden Schmerzen, bei Fieber, bei Ausfluss mit Blut oder Eiter sowie bei Ohrbeschwerden, die mit Schwindel oder einer Gesichtslähmung einhergehen. Ein plötzlicher, oft einseitiger Hörverlust ohne erkennbare Ursache wird als möglicher Hörsturz eingeordnet und sollte zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

Beschwerden an Nase und Nasennebenhöhlen

Eine verstopfte oder laufende Nase kennt jeder. Meist steckt ein Virusinfekt dahinter, der innerhalb von ein bis zwei Wochen abklingt. Ein Termin in der HNO-Praxis ist sinnvoll, wenn die Beschwerden ungewöhnlich lange anhalten, immer wiederkehren, von starken Kopf- oder Gesichtsschmerzen begleitet werden oder wenn die Nase dauerhaft nur einseitig verstopft ist.

Auch wiederkehrendes Nasenbluten, ein deutlich eingeschränkter oder verlorener Geruchssinn, chronischer Stockschnupfen und der Verdacht auf eine Allergie sind gute Gründe für eine Abklärung. HNO-Praxen können die Nasenatmung beurteilen, Allergietests veranlassen und die Nasennebenhöhlen untersuchen.

Beschwerden an Hals, Rachen und Stimme

Halsschmerzen im Rahmen einer Erkältung sind normal und vergehen in der Regel von selbst. Ärztlich abklären lassen sollten Sie einen Hals, der länger als etwa zwei Wochen schmerzt oder kratzt, sowie eine Heiserkeit, die über drei Wochen anhält – besonders, wenn keine Erkältung vorliegt. Anhaltende Heiserkeit ist ein wichtiges Signal, das der Kehlkopf-Untersuchung bedarf.

Weitere Gründe für einen Besuch sind Schluckbeschwerden, ein Fremdkörper- oder Kloßgefühl im Hals, wiederkehrende Mandelentzündungen, tastbare Schwellungen am Hals sowie starkes Schnarchen mit Atemaussetzern, das auf eine Schlafapnoe hindeuten kann.

Schwindel und Gleichgewicht

Der Gleichgewichtssinn sitzt im Innenohr – deshalb ist Schwindel oft ein HNO-Thema. Kurze Drehschwindel-Attacken bei Kopfbewegungen, Schwindel mit Hörminderung oder Ohrgeräuschen sowie anhaltende Unsicherheit beim Stehen und Gehen sollten untersucht werden. Tritt Schwindel plötzlich zusammen mit Sprach-, Seh- oder Lähmungserscheinungen auf, ist das ein Notfall (siehe Warnzeichen).

Warnzeichen, die keinen Aufschub dulden

Bei den folgenden Anzeichen sollten Sie nicht abwarten, sondern rasch ärztliche Hilfe suchen – je nach Ausprägung über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116117) oder den Notruf (112):

  • plötzlicher Hörverlust oder plötzlicher, heftiger Schwindel;
  • Atemnot, pfeifende Atmung oder das Gefühl, keine Luft zu bekommen;
  • starke, nicht stillbare Blutungen aus Nase, Mund oder Rachen;
  • hohes Fieber mit starken Halsschmerzen und erschwertem Schlucken oder Sprechen;
  • eine sich schnell ausbreitende Schwellung im Gesicht oder Hals;
  • eine plötzliche Gesichtslähmung.

Mehr dazu lesen Sie im Beitrag über HNO-Notfälle.

Wie Sie den richtigen Zeitpunkt finden

Als grobe Orientierung gilt: Leichte Beschwerden im Rahmen eines Infekts dürfen Sie zunächst beobachten. Werden sie stärker, halten sie über ein bis zwei Wochen an oder kehren sie regelmäßig wieder, ist ein Termin sinnvoll. Bei einseitigen, plötzlichen oder besonders heftigen Symptomen sollten Sie frühzeitig handeln. Im Zweifel hilft ein kurzer Anruf in der Praxis oder beim ärztlichen Bereitschaftsdienst weiter.

Eine passende Anlaufstelle finden Sie über unsere Umkreissuche oder über die Übersicht nach Bundesland und Stadt.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden, starken oder plötzlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Praxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder im Notfall an den Notruf 112.

Häufige Fragen

Antworten auf Basis der aktuell hinterlegten Verzeichnisdaten.

Braucht man für den HNO-Arzt eine Überweisung?

Gesetzlich Versicherte können Fachärztinnen und Fachärzte in der Regel auch ohne Überweisung aufsuchen. Manche Praxen bitten dennoch um eine Überweisung der Hausarztpraxis, und für bestimmte Vorsorgeprogramme kann sie erforderlich sein. Ein kurzer Anruf in der Wunschpraxis schafft Klarheit.

Wie lange sollte man bei Halsschmerzen abwarten?

Erkältungsbedingte Halsschmerzen bessern sich meist innerhalb einer Woche. Halten sie länger als etwa zwei Wochen an, sind sie sehr stark, einseitig oder mit hohem Fieber und Schluckproblemen verbunden, sollten Sie ärztlichen Rat einholen.

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