Der erste Besuch in einer HNO-Praxis verläuft für viele Menschen überraschend zügig und unkompliziert. Wer weiß, was ihn erwartet, geht entspannter in den Termin und kann die wichtigen Fragen stellen. Dieser Beitrag beschreibt den typischen Ablauf – im Einzelfall kann er je nach Beschwerde und Praxis abweichen.
Anmeldung und Wartezeit
Bringen Sie zum ersten Termin Ihre Versichertenkarte mit, außerdem – falls vorhanden – eine Überweisung, Ihren Medikamentenplan sowie Vorbefunde wie frühere Hörtests, Arztbriefe oder Bildgebung. Viele Praxen bitten neue Patientinnen und Patienten, einen kurzen Anamnesebogen auszufüllen. Planen Sie etwas Puffer ein: HNO-Praxen behandeln auch Akutfälle, wodurch es zu Wartezeiten kommen kann.
Das Anamnesegespräch
Am Anfang steht immer das Gespräch. Die Ärztin oder der Arzt fragt, welche Beschwerden Sie haben, seit wann sie bestehen, wie stark sie sind und ob es Auslöser gibt. Ebenfalls wichtig sind Vorerkrankungen, Allergien, regelmäßig eingenommene Medikamente, frühere Operationen sowie Gewohnheiten wie Rauchen. Je konkreter Sie berichten können, desto gezielter kann untersucht werden. Es hilft, sich vorab ein paar Stichworte zu notieren.
Typische Untersuchungen
Welche Untersuchungen folgen, hängt von Ihren Beschwerden ab. Zu den häufigsten gehören:
- Ohrmikroskopie/Otoskopie: Mit einem Mikroskop oder Ohrtrichter werden Gehörgang und Trommelfell betrachtet. So lassen sich Entzündungen, Ohrenschmalz oder Trommelfellveränderungen erkennen.
- Nasenspiegelung: Die Nasenhaupthöhle wird eingesehen, teils mit einem dünnen Endoskop, um Schleimhaut, Nasenscheidewand und Engstellen zu beurteilen.
- Rachen- und Kehlkopfspiegelung: Rachen, Mandeln und – bei Bedarf mit einer kleinen Optik – der Kehlkopf und die Stimmbänder werden untersucht, besonders bei anhaltender Heiserkeit.
- Hörtests (Audiometrie): Über Kopfhörer wird geprüft, wie gut Sie Töne unterschiedlicher Höhe und Lautstärke wahrnehmen. Ergänzend gibt es Tests zur Funktion des Mittelohrs (Tympanometrie).
- Gleichgewichtsprüfung: Bei Schwindel werden Augenbewegungen und Gleichgewichtsreaktionen getestet.
Die meisten dieser Untersuchungen sind schmerzfrei und dauern nur wenige Minuten. Endoskopien können kurz unangenehm sein, werden bei Bedarf aber mit einem betäubenden Spray angenehmer gemacht.
Besprechung und weiteres Vorgehen
Nach der Untersuchung ordnet die Ärztin oder der Arzt die Befunde ein und bespricht mit Ihnen das weitere Vorgehen. Das kann eine einfache Behandlung sein, das Abwarten unter Beobachtung, eine Überweisung zu weiterführender Diagnostik oder – seltener – die Planung eines Eingriffs. Nutzen Sie das Gespräch aktiv: Fragen Sie nach, wenn Sie einen Befund oder einen Fachbegriff nicht verstanden haben, und lassen Sie sich erklären, worauf Sie zu Hause achten sollten.
Checkliste zur Vorbereitung
- Versichertenkarte und – falls vorhanden – Überweisung;
- Liste Ihrer Medikamente inklusive Dosierung;
- Vorbefunde: frühere Hörtests, Arztbriefe, Bildgebung;
- Notizen zu Ihren Beschwerden: seit wann, wie oft, wie stark, welche Auslöser;
- Ihre wichtigsten Fragen an die Praxis.
Eine passende Praxis in Ihrer Region finden Sie über die Umkreissuche. Was ein HNO-Arzt behandelt und wann ein Besuch sinnvoll ist, lesen Sie im Beitrag Wann sollte man zum HNO-Arzt?