Im HNO-Bereich gibt es einige Krankheitsbilder, die besonders häufig vorkommen. Die meisten davon sind gut behandelbar oder heilen von selbst aus. Dieser Überblick erklärt die wichtigsten Erkrankungen in einfacher Sprache. Er dient dem Verständnis und ersetzt keine ärztliche Diagnose.
Mittelohrentzündung (Otitis media)
Die Mittelohrentzündung betrifft vor allem Kinder, kommt aber auch bei Erwachsenen vor. Typisch sind rasch einsetzende, teils starke Ohrenschmerzen, ein Druckgefühl, vermindertes Hören und mitunter Fieber. Häufig geht ein Schnupfen voraus. Viele Verläufe bessern sich innerhalb weniger Tage; die Behandlung richtet sich nach Alter, Beschwerden und Befund. Mehr zum Thema bei Kindern lesen Sie im Beitrag Kinder beim HNO-Arzt.
Gehörgangsentzündung (Otitis externa)
Bei der Entzündung des äußeren Gehörgangs schmerzt es besonders, wenn man am Ohr zieht oder auf den kleinen Knorpel vor dem Gehörgang drückt. Oft jucken das Ohr, es nässt und das Hören ist gedämpft. Auslöser können Feuchtigkeit (etwa nach dem Schwimmen), kleine Verletzungen durch Wattestäbchen oder Hautkrankheiten sein.
Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
Eine Sinusitis entsteht meist im Anschluss an einen Schnupfen. Kennzeichnend sind ein Druck- oder Schmerzgefühl im Bereich von Stirn, Wangen oder zwischen den Augen, eine verstopfte Nase, eingeschränkter Geruchssinn und manchmal ein zäher Schleim. Akute Verläufe bessern sich häufig innerhalb von zwei Wochen. Halten die Beschwerden länger an oder kehren sie ständig wieder, spricht man von einer chronischen Form. Details im Beitrag Nasennebenhöhlenentzündung.
Mandelentzündung (Tonsillitis)
Die Mandelentzündung äußert sich durch starke Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, gerötete und teils belegte Mandeln sowie Fieber. Sie kann durch Viren oder Bakterien ausgelöst werden. Bei häufig wiederkehrenden Entzündungen wird individuell besprochen, ob weitere Maßnahmen sinnvoll sind.
Rachen- und Kehlkopfentzündung
Eine Rachenentzündung (Pharyngitis) verursacht Kratzen und Schmerzen im Hals, eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) vor allem Heiserkeit bis hin zum Stimmverlust. Beide treten oft im Rahmen von Erkältungen auf. Wichtig: Heiserkeit, die länger als drei Wochen anhält, sollte ärztlich abgeklärt werden.
Allergischer Schnupfen (Heuschnupfen)
Bei einer allergischen Rhinitis reagiert die Nasenschleimhaut überschießend auf eigentlich harmlose Stoffe wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare. Typisch sind Niesreiz, eine laufende oder verstopfte Nase, juckende, tränende Augen. HNO-Praxen können Allergietests veranlassen und Behandlungsmöglichkeiten aufzeigen.
Hörsturz und Tinnitus
Ein Hörsturz ist eine plötzliche, meist einseitige Hörminderung ohne erkennbare äußere Ursache und sollte zeitnah abgeklärt werden. Tinnitus bezeichnet Ohrgeräusche wie Pfeifen oder Rauschen ohne äußere Schallquelle. Beide Themen behandeln wir ausführlich im Beitrag Hörverlust und Tinnitus.
Gutartiger Lagerungsschwindel
Der benigne paroxysmale Lagerungsschwindel ist eine häufige, gutartige Schwindelform. Kleinste Kristalle im Innenohr lösen bei bestimmten Kopfbewegungen kurze, heftige Drehschwindel-Attacken aus. Er lässt sich häufig mit gezielten Lagerungsmanövern gut behandeln.
Schnarchen und Schlafapnoe
Schnarchen ist weit verbreitet und oft harmlos. Treten jedoch Atemaussetzer im Schlaf, ausgeprägte Tagesmüdigkeit und Konzentrationsprobleme hinzu, kann eine obstruktive Schlafapnoe dahinterstehen, die abgeklärt werden sollte.
Dieser Überblick ist bewusst allgemein gehalten. Welche Erkrankung im Einzelfall vorliegt und welche Behandlung passt, lässt sich nur durch eine persönliche Untersuchung klären. Eine Praxis in Ihrer Nähe finden Sie über unsere Umkreissuche.