Nase & Nebenhöhlen

Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis): Symptome, Verlauf und Behandlung

Druck im Gesicht, verstopfte Nase, eingeschränkter Geruch: Woran Sie eine Sinusitis erkennen, wie akute und chronische Formen verlaufen und was Linderung verschafft.

⏱ 7 Min. Lesezeit Aktualisiert am 24. Juni 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine akute Sinusitis entsteht meist nach einem Schnupfen und bessert sich häufig innerhalb von zwei bis drei Wochen.
  • Von einer chronischen Sinusitis spricht man, wenn Beschwerden länger als etwa zwölf Wochen anhalten.
  • Abschwellende und befeuchtende Maßnahmen lindern; bei starken oder anhaltenden Beschwerden ist eine Abklärung sinnvoll.

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädel, die mit der Nase in Verbindung stehen. Entzündet sich ihre Schleimhaut, spricht man von einer Sinusitis. Sie gehört zu den häufigsten Gründen für einen HNO-Besuch. Dieser Beitrag erklärt, wie Sie eine Sinusitis erkennen und was Linderung verschafft.

Typische Symptome

Kennzeichnend für eine Nasennebenhöhlenentzündung sind:

  • ein Druck- oder Schmerzgefühl im Bereich von Stirn, Wangen oder zwischen den Augen, das sich beim Bücken verstärken kann;
  • eine verstopfte Nase mit erschwerter Nasenatmung;
  • zäher, teils gelblich-grünlicher Schleim (Nasensekret oder Sekretfluss im Rachen);
  • ein eingeschränkter oder fehlender Geruchssinn;
  • manchmal Kopfschmerzen, ein Druck auf den Ohren oder leichtes Fieber.

Wie eine Sinusitis entsteht

Am Anfang steht meist ein banaler Schnupfen. Die Schleimhaut schwillt an, die schmalen Verbindungsgänge zwischen Nase und Nebenhöhlen verlegen sich, und das Sekret kann nicht mehr richtig abfließen. In diesem Milieu entzündet sich die Schleimhaut. Begünstigend wirken eine verkrümmte Nasenscheidewand, Allergien, Polypen oder anatomische Engstellen.

Akut oder chronisch?

Bei der akuten Sinusitis treten die Beschwerden plötzlich auf und bessern sich in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen. Von einer chronischen Sinusitis spricht man, wenn Symptome länger als etwa zwölf Wochen bestehen oder immer wiederkehren. Die chronische Form geht häufiger mit dauerhaft behinderter Nasenatmung, vermindertem Geruchssinn und einem Druckgefühl einher und sollte fachärztlich abgeklärt werden, um die Ursachen gezielt anzugehen.

Was Sie selbst tun können

Bei einer leichten, akuten Sinusitis helfen einfache Maßnahmen, den Sekretabfluss zu fördern und die Schleimhaut zu befeuchten:

  • viel trinken, um das Sekret dünnflüssiger zu halten;
  • Nasenspülungen mit Salzlösung;
  • Inhalationen mit Wasserdampf;
  • abschwellende Nasensprays kurzfristig und nicht länger als etwa eine Woche, um einen Gewöhnungseffekt zu vermeiden;
  • ausreichend Ruhe.

Diese Hinweise sind allgemeiner Natur. Ob und welche Medikamente sinnvoll sind, klären Sie bitte in der Praxis oder Apotheke.

Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten

Ein Termin ist ratsam, wenn die Beschwerden sehr stark sind, länger als etwa zwei Wochen anhalten, sich nach anfänglicher Besserung wieder verschlechtern oder immer wiederkehren. Rasch handeln sollten Sie bei hohem Fieber, einer Schwellung oder Rötung rund um ein Auge, Sehstörungen, starken Kopfschmerzen mit Nackensteife oder einer Wesensveränderung – das können Warnzeichen für seltene Komplikationen sein.

Ärztliche Behandlung

In der Praxis werden Nase und Nebenhöhlen untersucht, bei Bedarf mit einem Endoskop. Die Behandlung reicht von befeuchtenden und abschwellenden Maßnahmen über entzündungshemmende Sprays bis – je nach Befund – zu weiteren Schritten. Bei chronischen Verläufen oder anatomischen Engstellen kann eine weiterführende Diagnostik (etwa Bildgebung) und in manchen Fällen ein operativer Eingriff besprochen werden, um die Belüftung der Nebenhöhlen dauerhaft zu verbessern.

Weitere häufige Krankheitsbilder finden Sie im Überblick über HNO-Erkrankungen. Eine Praxis in Ihrer Nähe finden Sie über die Umkreissuche.

Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei anhaltenden, starken oder plötzlichen Beschwerden wenden Sie sich bitte an eine Praxis, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116117 oder im Notfall an den Notruf 112.

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