Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädel, die mit der Nase in Verbindung stehen. Entzündet sich ihre Schleimhaut, spricht man von einer Sinusitis. Sie gehört zu den häufigsten Gründen für einen HNO-Besuch. Dieser Beitrag erklärt, wie Sie eine Sinusitis erkennen und was Linderung verschafft.
Typische Symptome
Kennzeichnend für eine Nasennebenhöhlenentzündung sind:
- ein Druck- oder Schmerzgefühl im Bereich von Stirn, Wangen oder zwischen den Augen, das sich beim Bücken verstärken kann;
- eine verstopfte Nase mit erschwerter Nasenatmung;
- zäher, teils gelblich-grünlicher Schleim (Nasensekret oder Sekretfluss im Rachen);
- ein eingeschränkter oder fehlender Geruchssinn;
- manchmal Kopfschmerzen, ein Druck auf den Ohren oder leichtes Fieber.
Wie eine Sinusitis entsteht
Am Anfang steht meist ein banaler Schnupfen. Die Schleimhaut schwillt an, die schmalen Verbindungsgänge zwischen Nase und Nebenhöhlen verlegen sich, und das Sekret kann nicht mehr richtig abfließen. In diesem Milieu entzündet sich die Schleimhaut. Begünstigend wirken eine verkrümmte Nasenscheidewand, Allergien, Polypen oder anatomische Engstellen.
Akut oder chronisch?
Bei der akuten Sinusitis treten die Beschwerden plötzlich auf und bessern sich in der Regel innerhalb von zwei bis drei Wochen. Von einer chronischen Sinusitis spricht man, wenn Symptome länger als zwölf Wochen bestehen. Wiederholte akute Episoden mit beschwerdefreien Zwischenzeiten sind nicht automatisch eine chronische Sinusitis. Die chronische Form geht häufiger mit dauerhaft behinderter Nasenatmung, vermindertem Geruchssinn und einem Druckgefühl einher und sollte fachärztlich abgeklärt werden, um die Ursachen gezielt anzugehen.
Möglichkeiten zur Linderung einordnen
Viele akute Verläufe klingen von selbst ab. Salzlösungen können als Spray oder Spülung infrage kommen; ein sicherer Nutzen ist nicht für jede Anwendung belegt. Abschwellende Nasensprays können kurzfristig die Atmung erleichtern, sollen aber nur wenige Tage und entsprechend Packungsbeilage verwendet werden. Bei längerer Anwendung können sie selbst zu Problemen führen.
Welche Mittel für Alter, Vorerkrankungen und Beschwerden geeignet sind, klären Sie mit Praxis oder Apotheke. Aus der Farbe des Sekrets allein lässt sich kein Bedarf für Antibiotika ableiten. Dieser Beitrag gibt keine individuelle Arzneimittelanweisung.
Wann Sie ärztlichen Rat suchen sollten
Ein Termin ist ratsam, wenn die Beschwerden sehr stark sind, länger als etwa zwei Wochen anhalten, sich nach anfänglicher Besserung wieder verschlechtern oder immer wiederkehren. Rasch handeln sollten Sie bei hohem Fieber, einer Schwellung oder Rötung rund um ein Auge, Sehstörungen, starken Kopfschmerzen mit Nackensteife oder einer Wesensveränderung, das können Warnzeichen für seltene Komplikationen sein.
Ärztliche Behandlung
In der Praxis werden Nase und Nebenhöhlen untersucht, bei Bedarf mit einem Endoskop. Die Behandlung reicht von befeuchtenden und abschwellenden Maßnahmen über entzündungshemmende Sprays bis, je nach Befund, zu weiteren Schritten. Bei chronischen Verläufen oder anatomischen Engstellen kann eine weiterführende Diagnostik (etwa Bildgebung) und in manchen Fällen ein operativer Eingriff besprochen werden, um die Belüftung der Nebenhöhlen dauerhaft zu verbessern.
Weitere häufige Krankheitsbilder finden Sie im Überblick über HNO-Erkrankungen. Eine Praxis in Ihrer Nähe finden Sie über die Umkreissuche.
Den Verlauf für den Termin festhalten
Als persönliche Gesprächshilfe zum Ausdrucken. Diese Liste stellt keine Diagnose und speichert keine Gesundheitsdaten.
- Beginn und Dauer: Seit wann bestehen Beschwerden ohne Unterbrechung? Gibt es zwischen einzelnen Episoden vollständig beschwerdefreie Phasen?
- Verlauf: Wurde es zunächst besser und danach wieder schlechter? Welche Beschwerden belasten am stärksten?
- Anwendung: Welche Sprays, Spülungen oder Medikamente wurden bereits genutzt, wie oft und wie lange?
- Vorgeschichte: Sind Allergien, frühere Eingriffe oder ähnliche Episoden bekannt?
- Gespräch: Welche Behandlung wird warum vorgeschlagen, wann ist eine Kontrolle sinnvoll und welche Warnzeichen sollen zur erneuten Kontaktaufnahme führen?